Erfahrungsbericht Schrothkur, Resümee und Insidertipps

Wie ging es in der Kur weiter und was hat es gebracht?

Meine restlichen Tage in Oberstaufen schmolzen wie Schnee in der Sonne.
Am vorletzten Tag der Kur, bei mir ein Freitag, begann der sogenannte Aufbau. Der Körper soll langsam wieder an Eiweiß und leichte Fette gewöhnt werden.

An diesem Tag war auch Showtime in Bezug auf die bis dahin erreichten Kurergebnisse. Mein Fazit könnt ihr am Ende des Beitrags finden.

Meine erste Aufbaumahlzeit war, auf Empfehlung der alten Schrothhasen, eine leichte und tatsächlich sehr leckere Hühnersuppe. 
Am Samstag durfte ich aus diversen Gerichten zum Mittag und Abend wählen.
Da gab es Fisch oder Fleisch, aber auch leckere vegetarische Speisen.
Bereits beim Lesen der Speisekarte fühlte ich mich wie im siebten Himmel.

Zander als Abendessen

Beseelt von diesen Aussichten habe ich mich am Samstagnachmittag spontan einem Ausflug angeschlossen.  Eine kleine Gruppe von Schrothlern wanderte zur Hütte Alpe Mohr, die in einem Nachbarort von Oberstaufen liegt. 

Bei herrlichstem Sonnenschein wurde dort bereits am frühen Nachmittag ausgelassen gefeiert.  Es gab dort bayerische Livemusik, sogar ein Alphorn wurde geblasen. Der Alkohol floss in Strömen und deftige Speisen wurden aus der Küche geschleppt. Wir blieben tapfer bei Wasser, denn auch ohne Alkohol konnten wir für zwei Stunden herrlich schunkeln und mitsingen. 

Impressionen von der Alpe Mohr

Auch der Sonntag, mein Abreisetag, wurde noch durch ein schönes Erlebnis gekrönt. Im Sommer bietet die Hochgratbahn sehr frühe oder späte Bahnfahrten (Sonnenauf-/Sonnenuntergang) an. 

Vor diesem Hintergrund machte sich erneut eine kleine Gruppe von hyperaktiven Schrothlern um 4 Uhr auf den Weg zur Hochgratbahn.

Hochgratbahn

Nach Ankunft an der Bergstation auf knapp 1.700 m kraxelten wir rasch auf den Gipfel auf 1.833 m. 

Aufstieg zum Gipfel

Wir erlebten dort einen stimmungsvollen Sonnenaufgang und das Panorama entschädigte uns für das frühe Aufstehen.

Sonnenaufgang am Hochgrat
Sonnenaufgang am Hochgrat
gesundes Frühstück

Um 8 Uhr waren wir wieder zurück im Hotel und konnten auf der Terrasse vom Restaurant noch ein wunderbares, normales Frühstück genießen.
Dann folgte meine Abreise aus Oberstaufen.


Meine Tage in Oberstaufen liegen nun hinter mir und es ist Zeit ein Fazit zu ziehen.

Kur in Zahlen  

Mein Aufenthalt 9 Nächte (Freitag bis Sonntag)

Auf Basis der Werte zwischen Montagmorgen und Freitagmorgen: 

– 2 kg Gewicht verloren
(Daheim zeigte mir meine Waage 2,5 kg weniger)
– Fettanteil um 2% reduziert
– Fettmasse um 1,5 kg reduziert 
– (zu niedriges) Körperwasser um 0,4 kg erhöht
– fettfreie Masse um 0,5 kg erhöht
(dh. Muskelmasse etwas aufgebaut und nicht verloren)  

Motiviert 

Erstaunlich wie gut mir die vegetarischen Kurgerichte ohne Salz und wenig andere Gewürze geschmeckt haben. Ich bin eher ein Salzjunkie und hätte das nicht erwartet. Zukünftig werde ich ein Auge auf meinen Salzkonsum haben. Die leckeren Gerichte haben mich inspiriert und ich werde (noch) mehr mit Gemüse kochen. 

Mein Magen hat sich an kleinere Portionen gewöhnt. Beim ersten, normalen Frühstück war ich erstaunlich schnell satt. Normalerweise bin ich eher ein „Volumenesser“. Ich werde mich bemühen die kleineren Portionen zur Normalität werden zu lassen.

Mein Resümee

Die Schrothkur war für mich eine Freude und keine Bürde.
Ich hatte zu keiner Zeit einen Hungerast oder Unwohlsein.
Durch die idealen Rahmenbedingungen (Sportprogramm, Wetter, Pool etc.) war für Langeweile keine Zeit.

Mir wurde von anderen Schrothlern von einem unglaublichen Energiekick berichtet. So ein besonderes Hochgefühl habe ich persönlich nicht.

Der erlaubte Alkohol (Frau 0,2 Liter Schrothwein pro Tag) war am Abend nett. 
Als Schorle konnte ich den Wein mit Freude genießen und mir reichte diese Menge vollkommen aus. So hatte ich beim Check out eine Null für gastronomischen Extras auf der Rechnung. 

Apropos Geld. 
Meine Schrothkur war kein Schnäppchen. 
Meine Familie und meine besten Freunde hatten zum Anlass meines runden Geburtstags großzügig meine Reisekasse gesponsert (dafür kann ich meinen Lieben nicht genug danken) und dadurch wurde mir die Entscheidung für das hochpreisige Hotel leicht gemacht.
Ein hochwertiges Sportprogramm, ein großzügiges Platzangebot für die Schrothler (eigener Speiseraum, eigene Sonnenterrasse) sowie die gute kulinarische Versorgung hat logischerweise seinen Preis. 

Ich würde die Schrothkur wiederholen, aber mich reizt auch die Buchinger Kur.
Das ist eine stingente Fastenkur in einem zackigen Kurbetrieb und daher natürlich nicht mit einem Wellnesshotel vergleichbar.
Diese Entscheidung werde ich treffen wenn es soweit ist.

Ich kann nicht verstehen, dass die Schrothkur so ein verstaubtes Image hat, oder gänzlich unbekannt ist. Hier haben die Marketingverantwortlichen noch eine Menge Hausaufgaben zu erledigen. Ich hätte da einige Ideen.

Meine Insidertipps

Es gibt in jedem Schrothhaus eine allgemeinen Anreisetag. 
Als Ersttäter macht es Sinn diesen Tag für die eigene Ankunft zu wählen. Dann ist man unmittelbar im allgemeinen Rhythmus. (Informationsveranstaltung, Arzttermin etc.)

Keine Scheu vor der nächtlichen Schrothpackung, im Zweifel mit der Bademantelvariante beginnen. Die Variante haben ich ausführlich im Teil 2 beschrieben.

Ich würde anraten allein in die Kur zu fahren. Ich finde die Konzentration auf sich selbst ist wichtig. Wenn Bedenken über Kurschatten etc. bestehen , der sollte grundsätzlich über seine Beziehung nachdenken.

Vorzugsweise wird eine Schrothkur im Frühjahr oder Herbst durchgeführt. Im Sommer kann und sollte man die Trinkmenge der sogenannten Trockentage nicht einhalten. Die unterschiedlichen Trinkmengen sind eine Säule der Kur. Jedoch bringt die Sommerzeit auch Vorteile, insbesondere für sportliche Möglichkeiten.  I

Eine Schrothkur ohne die Bereitschaft für viel (!!) Bewegung, egal ob Wanderung, Gymnastik, Radfahren, Joggen oder abendlicher Tanz, macht keinen Sinn. 
Dann verliert man nur Muskelmasse und steht am Ende ohne verwertbares Ergebnis da.


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